Gepostet von am Mai 29, 2014 in 2014 - Jahr des Entdeckens

Letzte Nacht habe ich im Schlaf Tetris gespielt. Vielleicht ist es nur ein Beweis dafür, wie sehr wir unser Unterbewusstsein steuern können (oder es uns?). Vielleicht habe ich es gestern geschafft, mir durch reine Beobachtung mal wieder derart nah zu kommen, dass ich inneren Ordnungs- bzw. Heilprozessen zugeschaut habe. Fakt ist, ich habe Tetris gespielt. Dabei habe ich kaum den schwarzen Raum von gestern Morgen gesehen, sondern viele lange Ketten bunter Steine, die sich immer wieder veränderten. Währenddessen hat mich stets eine Frage bewegt: Wie funktioniert es, in einem Level maximale Punktzahl zu erreichen? Dabei geht es mir nicht darum, weder im Traum- noch im Wachzustand, die Bestenlisten anzuführen, zwingend Höchstleistungen erzielen zu wollen. Ich habe solche Spiele immer so verstanden, dass sie a, auf gewisse Weise funktionieren und b, es trickreiche Varianten gibt, die sich nur denen zeigen, die tief ins Spiel eintauchen, anders denken, die Dinge anders sehen. Für mich geht es um das Spiel des Lebens. Mein Leben „funktioniert“ auf eine gewisse Art und Weise. So wie ich lebe, habe ich es mir eingerichtet, ob bewusst oder unbewusst. Eingetaucht bin ich in dieses Spiel ohne Frage. Ich habe jedoch den Eindruck, gewisse Level immer wieder durchzuspielen und dabei immer wieder ähnliche Punktzahlen zu erreichen. Mal gibt es zwar einen Abräumbonus oder eine Zeitprämie, doch letztlich gelingt es mir nicht, mit meiner Art zu spielen das nächste Level zu erreichen. Jetzt scheine ich mich in einem inneren Prozess zu befinden, da mir dies auf sehr tiefen Ebenen sehr bewusst ist und mich eine neue Art, das Spiel zu spielen, beschäftigt. Es geht darum, meine Sichtweise auf bestimmte Dinge zu verändern, mein Denken neu zu strukturieren, denn es ist auf Dauer ermüdend, manchmal sogar frustrierend, immer wieder auf dem selben Level neu zu beginnen. Eine zeitlang macht es Spaß, verändert sich das Spielbild ja doch immer wieder. Nur irgendwann beginnt es mich zu nerven, dass das Abräumen des Feldes reine Fleißarbeit wird, weil es mir nicht mehr gelingt, lange Ketten zu bauen oder die Zeit abläuft. Solch ein Tetris könnte ich abschalten, beiseite legen, meine Zeit mit etwas vermeintlich Sinnvollerem verbringen.
Mit dem Spiel des Lebens ist mir das nicht möglich. Weder kann ich auf Pause schalten, noch das Spiel aufhören. Zumindest sind das keine Optionen für mich. Ich möchte es spielen, so lange es eben dauert. Und ich möchte Spaß dabei haben, ja sogar maximale Freude räume ich mir neuerdings ein. Die Wiederholung eines Levels gehört sicher auch mal dazu. Doch will ich nicht wie ein verbissener Spielzombie mit verkrampften Fingern vor mich hinfluchend auf der Tastatur rumhauen oder völlig lustlos den Joystick bedienen, weil ich weiß, dass die Zeit irgendwann vorbei ist.
Maximale Freude beim Spiel des Lebens. Keine Scheu vor Wiederholungen zum Üben, weil es doch mal nicht auf Anhieb zum nächsten Level gereicht hat. Ein klares „Nein“ zum verbitterten, verknitterten Spielzombie.
Das nenne ich doch mal eine klare Ansage an mich, meinen inneren Heiler, das Leben. Und ich habe gerade dieses untrügbare Gefühl von fast spitzbübischer Freude, das mich überkommt, wenn ich gut auf dem Weg bin. Ob der mich zum nächsten Level führt? Wenn ja, generell oder bei bestimmten Themen? Ich werde es wahrnehmen und Euch vielleicht  teilhaben lassen.

SpitzbübischeFreude

Photo by Robert Bienas

2 Kommentare

  1. 6-5-2014

    Ich liebe deine Zeilen. Bei dem Foto muss ich immer lächeln. Da blitzt dir der Schelm so aus dem Auge. Herrlich!!

    • 6-6-2014

      Danke fürs Lesen, fürs Hinfühlen, dafür, dass Du Dich inspirieren lässt und für Deine Liebe, liebe Schwester. :-*

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