Gepostet von am Sep 3, 2015 in 2015 - Jahr des Ankommens

Heute ist es soweit. Ich beobachte mich und mein Befinden achtsam und liebevoll. Ich spüre, es ist etwas da, was gesehen werden will. Es ist reif. Und auf einmal weiß ich es: Es ist soweit. Heute heißt es Abschied nehmen. Aus Liebe zur Liebe gebe ich einen großen Traum auf und nehme Abschied von der einen Liebe.

 

Seelenbegegnung, wahre Liebe, Abgrenzung und Achterbahn

 

Die letzten 14 Tage waren mal wieder eine rasante Achterbahnfahrt. Da gab es ein Wiedersehen nach fünf Jahren, das viel Frieden und Gewissheit brachte. Eine Begegnung, die mir Beweis ist, dass es Verbindungen gibt, die nicht auf dieser Welt eingegangen werden und im realen Leben auf anderen Dimensionen erfahrbar sind. Wahre Liebe, ohne Bedingungen, ohne Angst vor der Angst. Sie floss zwischen zwei Menschen, die sich einfach nur ansahen. Liebe, wie ich sie bisher nur in meiner geliebten Natur oder so manch erleuchtetem Augenblick erfahren habe. In Stunden messbare Momente, in denen Raum, Zeit und Grenzen zwar da, aber nicht wirklich wichtig waren. Stunden, die mir zeigten, dass mein Begriff von Liebe keine bloße Theorie, sondern echte Wahrheit ist. Alles war möglich.

Alles. So auch die kurz danach erfolgte Abgrenzung des anderen, die etwas eingrenzt, das sich nun nicht mehr frei entfalten kann. Abgrenzung, die schon wieder Barrieren errichtet, bevor individuelle Grenzen erfahren, erprobt werden können, um aus einer Verbindung vielleicht etwas wachsen zu lassen, das diese unsere Welt, wir alle, uns so sehr wünschen. Diese Abgrenzung bereitete mir große Schmerzen. Nicht nur, weil damit ein paar romantische Illusionen starben, sondern weil es wieder geschehen ist: ein Mensch, der diese urnatürliche Liebe wahrzunehmen weiß, erbaut einen Staudamm von Konstrukten, um sie kontrolliert fließen zu lassen. Ganz ehrlich, das war mein größter Schmerz. Durch all die persönlichen Befindlichkeiten konnte ich mich mit Hilfe von Freunden und großer Hingabe recht schnell durchatmen. Doch dieses wieder einmal Wahrnehmen (und ja, ich behaupte das sehr bewusst, denn es ist mein Empfinden, mein Sehen und das ist nun einmal meine Wahrheit), dass Menschen aus Angst vor der Angst immer und immer wieder Mauern errichten und sei es nur durch Definitionen, durch Verstand und Vernunft, statt das Herz und somit noch viel mehr Möglichkeiten offen zu halten, der Liebe zu ermöglichen zu fließen, wohin immer sie diejenigen dann bringt, das hat mir das Herz gebrochen.

 

Gebrochenes Herz und von einer, die zu lange der Möhre hinterher läuft

 

Wieder einmal. Ich weiß nicht, wie oft Menschen, mich selbst an erster Stelle eingeschlossen, mir das Herz gebrochen haben, weil sie sich der Liebe verschließen (und damit meine ich so unendlich viel mehr als diesen romantischen Partner-Unsinn, der so oft nur ein Brauchen und Wollen, statt wahrhaft lieben ist). Es waren viele Menschen und es waren unterschiedliche Gründe, warum sie es taten. Ich habe mir in den letzten Jahren intensiv angeschaut, warum ich mich der Liebe verwehrte, Mauern zum Schutz aufbaute, die mich noch einsamer werden ließen. Ich habe Stück für Stück die Mauern wieder abgetragen, damit die Liebe immer freier fließen kann. Da, wo früher dicke Mauern waren, gibt es heute lockere Grenzen, die ich oft zu überprüfen bereit bin, auflöse oder mit klaren Entscheidungen als gültig erkläre. Seit ich mir immer seltener das Herz gebrochen habe, tun es auch immer seltener andere Menschen. Bis letzte Woche.

Die bis heute Morgen offene Frage war: Wozu dient etwas, das das Vertrauen in die Liebe als Urkraft so sehr stärkt, wenn es mir dann doch das Herz bricht? Die Begegnung als solches bleibt das Geschenk, das sie war. Die Verbindung zu diesem Menschen bleibt, was sie auf Seelenebene schon immer war. Auf Menschenebene erhält sie die Möglichkeit, Inspiration zu bleiben. Die Beweggründe des anderen sind für meine Überlegungen nicht relevant, denn seine Entscheidung steht, seine Abgrenzung, die Ausgrenzung verschiedener Möglichkeiten ist ein Fakt. Wozu dann das alles? Rein nur, um Frieden zu machen, mir einen Erkenntnisprozess ungeheuren Ausmaßes zu bescheren und Liebe wieder als die nicht erreichbare Möhre vor meinem Gesicht baumeln zu lassen? Frieden zu erfahren ist wunderbar. Alle bisherigen und noch kommenden Erkenntnisse sind unermessliches Geschenk. Nun könnte ich mich in spirituellem Licht baden und voller universeller Dankbarkeit und Liebe sein. Mache ich und bin ich auch. Und doch bin ich Mensch und schaue stirnrunzelnd auf den Teil mit der Möhre. Wozu das alles? Die Antwort lautet: Um aufzuwachen.

 

Der Ruf meiner Seele: Liebe leben, hier auf Erden

 

Ich weiß um die göttliche Liebe, all das universelle Licht, die uns allen wirklich viel Heilung und Kraft bringen können. Doch mittlerweile bin ich aus diesem pseudo-esoterischem Höhenflug der letzten Jahre wieder sanft gelandet und sehe die Fakten: Wir sind Seelen, die menschliche Erfahrungen machen wollen. Also geht es ums Mensch sein. Es geht darum, diese Urkraft Liebe auf Erden zu leben. Es geht darum, das Wissen um unsere höheren Dimensionen auf unser Hiersein zu übertragen und nicht in höhere Sphären zu fliegen, um das Leben hier nicht wirklich leben zu müssen oder uns immer wieder mit derlei Höhenflügen aus der irdischen Verantwortung zu stehlen. Ich bin bereit und hier, um Liebe zu leben.

Wozu also dann wieder diese Möhre? „Es gibt sie diese Liebe, auch zwischen Menschen, nur eben nicht erlebbar für dich, Kristina.“ kann ja wohl bitte schön nicht die Antwort meines Schöpfers sein. Ein „Ich bin noch nicht gut, reif oder heil genug und muss erst noch dies, das oder jenes tun.“ lasse ich gar nicht erst aufkommen. Es gibt immer irgendetwas in uns, das noch reifer, heiler, besser sein kann, doch ich bin genau jetzt gut so, wie ich bin. Es ist jetzt passiert und somit zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Also muss es eine andere, liebe- und kraftvolle Lösung geben. Für die habe ich mich in den letzten Tagen offen gehalten, bewusst, achtsam und so friedlich, wie ich nur sein konnte. Ich hinterfragte, fühlte hin, spürte rein, ließ mich inspirieren, ließ vieles und mich fallen.

Dabei stellte ich fest, dass meine inneren Bilder, egal ob sie nun reine Illusionen oder wahre Botschaften aus meiner Schöpferquelle sind, an die Energie dieses Menschen gebunden zu sein scheinen. Es ist sein Gesicht, das ich sehe, seine Energie, die ich in ihnen spüre. Dass es seine Energie ist, habe ich mir in diesem Leben nicht ausgedacht, sondern scheint zu unser beider Seelenauftrag zu gehören. Ich könnte mich nun mit eigenen Konstrukten versehen wie: „Die Zeit ist noch nicht reif.“ oder „Da gibt’s vielleicht nicht nur einen Seelenpartner, sondern obendrein auch noch einen Seelenpartner-Zwilling. Dann begegnet mir eben der.“. Konstrukte, die Hoffnung nähren, die ich mit Glauben beleben müsste, dass es schon irgendwann so kommen wird. Diese Möglichkeit besteht. Doch heute gehe ich ganz klar und bewusst einen Schritt weiter.

 

Abschied von der Liebe ist gleichzeitig ein Ja zur Liebe – ein Lebensparadox

 

Heute ist es so weit: Diese Bilder, all die Konstrukte, wie es werden könnte oder aussehen sollte, lasse ich los. Und noch mehr: es ist an der Zeit, diesen meinen Traum von dem Einen, einer gemeinsamen Familie, Geborgenheit, Alltag aus einer Selbstverständlichkeit heraus, die nur diese eine tiefe Liebe ermöglicht und scheinbar untrennbar mit ihm verbunden ist, frei zu lassen. Ich verabschiede mich von diesem meinem Traum. Ich tue es mit einer kleinen Träne im Knopfloch, großer Entschlossenheit und noch größerer Klarheit.

Du, mein Traum, bist mir eine Möhre geworden, die unerreichbar vor meinem Gesicht hängt, an der ich ab und an mal schnuppern durfte, die zu erreichen und zu essen mir jedoch unmöglich war. Du, lieber Traum, hast mich durch dunkle Zeiten getragen, hast in mir wachgerufen, was völlig in Vergessenheit zu geraten drohte. Ich danke dir sehr für deine Begleitung und lasse dich nun frei. Ich bin bereit, die Konsequenzen zu tragen, bin bereit, es als Scheitern zu betrachten. Und ich bin bereit für neue Träume. Träume, die mich nähren, die Wundervolles gebären, statt mich Hunger darben zu lassen, obwohl Essbares in greifbarer Nähe scheint.

Ich verabschiede mich von dir, oh, du meine große Liebe, die du das konkrete Bild eines Mannes angenommen hattest, das ich selbst viele Jahre nicht kannte. Du, meine große Liebe, nimm sie mit, all die Bilder der Zweisamkeit, der engen Gemeinschaft, der Familie und freiwillig eingegangenen Bindungen, die ein irdischer Alltag nun mal mit sich bringt. Ich verabschiede mich von dir und begrüße voller Freude und offenen Herzens deine neue Gestalt, die du ohne Frage annehmen wirst. Ich mag mir keine Bilder mehr von dir machen, denn ich vertraue darauf, dass du viel besser weißt, welche deiner unzähligen Formen dem Ruf meines Herzens und dem Auftrag meiner Seele passend sind. Ich stehe hier, als Seele und als der Mensch, der ich bin. Ich gebe dich auf, meine große Liebe. Ich habe alles versucht, was mir möglich schien und habe es nicht geschafft, mir diesen Traum zu erfüllen. Ich gebe mich hin, vertraue auf das Wissen meines Herzens, die Größe meiner Seele, meinen Menschenmut. Ich übergebe mich voller Vertrauen der stärksten aller Kräfte; dir, der wahren, nährenden Liebe.

Träume

photo: unsplash | pixabay.com

3 Kommentare

  1. 9-3-2015

    Liebe Kristina,
    ich kenne das, so gut, diese „Möhre“ vor der Nase zu haben, und dann wird das Seil an dem sie hängt schnell abgekappt, bevor ich sie erreichen kann.. Mich berührt das gerade sehr, hatte ich doch schon ähnliche Gedanken und schaffe es doch nicht, mich von meinem Traum zu verabschieden. Ich bewundere deine Entschlusskraft und kann doch die Traurigkeit spüren. Vielleicht ist es auch meine eigene. Und weil ich noch nicht so weit bin, sie gehen zu lassen, diese Liebe… und sie dem Wandel zu überlassen, sich ihre eigene, unaufgedrückte Form zu finden. Ich danke dir für deine Worte und wünsche dir alles erdenklich Liebe.

    • 9-4-2015

      Liebe Andrea,
      ich danke Dir für Deine warmen Worte und dafür, dass Du Dich berühren lässt. Heute habe ich sozusagen eine Fortsetzung zu diesem Artikel geschrieben, in der ich noch einmal etwas genauer beschreibe, wie ich die Dinge mittlerweile betrachte. Es ist ein stetiger Prozess und Wandlung geschieht sowieso ständig. Ich erfahre immer öfter, dass nicht die Dauer entscheidend ist für die Intensität eines Gefühls oder Erlebnisses, sondern die Tiefe.
      Ich wünsche Dir viel Mut und Leichtigkeit, um die Möhre loslassen zu können und Deine ureigenen Träume wieder zu entdecken.
      Alles Liebe!
      Kristina

      • 9-4-2015

        Ich danke dir Kristina, für deine Worte jetzt hier an mich, und für deine Worte, die du in deinem Blog für uns findest, über Gedanken und Gefühle, die wir vielleicht nicht im Stande sind so auszudrücken, die Anreiz geben, zu überlegen, zu überdenken, sich neu auszurichten, oder auch nicht, wie auch immer. Ja, um die Tiefe geht’s, und um die Leichtigkeit ˙·٠♡

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