Gepostet von am Sep 19, 2014 in 2014 - Jahr des Entdeckens

Sinnlichkeit. Gestern sprang mir dieses Thema sozusagen auf den Schreibtisch. Nun sitze ich hier mit meiner Alberta Einstein. Wir beide runzeln die Stirn beim Betrachten der inneren und äußeren Fakten. Miss Marple gesellt sich dazu und noch so manch anderer hilfreicher Geist in mir. Sinnlichkeit. Was ist das? Doch weit mehr, als das sie nur im erotischen Bereich vorzufinden ist. Wir beschauen uns gemeinsam die Thematik, die weit mehr ist als eine Definitionsfrage und für mich gerade so tief geht, dass ich mit hängenden Mundwinkeln und Ziehen im Herzen hier sitze.

Eine liebe Freundin und ich beschenkten uns gestern mit gegenseitiger energetischer Heilbehandlung. Im Nachklang der Behandlung, die sie mir verabreichte, döste ich noch ein wenig vor mich hin und mir fiel eine Email ein, die ich kürzlich bekam. Ein ehemaliger Kunde aus meinem alten Heimatort schrieb sie mir. Er kam regelmäßig in mein HerzensReich und was als Sportmassage begann, wurde über die Jahre zu vertrauensvoller Zusammenarbeit ganz im Sinne meines Tuns. Er öffnete sich mir mehr und mehr mit seinen persönlichen Themen, wenn auch immer nur soweit, dass eine Portion Hellsichtigkeit meinerseits erforderlich war, um zu erspüren, welche körperliche Blockade gelöst oder welches seelische Thema neu betrachtet werden will. Dieser Mensch schrieb mir nun vor einigen Tagen: „… und Körper und Seele sind seit deinem Weggang von Görlitz – gelinde gesagt – arg verkümmert … Unsere regelmäßigen Termine, deine Wärme, deine Energie, deine Sinnlichkeit fehlen mir sehr…“ Da war sie, diese Sinnlichkeit. Erotik war und ist in meinen Behandlungen nicht inbegriffen, auch wenn sich das so mancher gewünscht hätte. Natürlich ist eine Massage immer auch eine körperliche Annäherung, doch Berührung ist nicht gleich Berührung. Und so fließe ich geradewegs in das Thema Sinnlichkeit.

Viel zu oft wird Freundlichkeit, ein offenes Herz, liebevolles Miteinander als Flirten, Anmache oder gar Einladung für körperliche Annäherung gedeutet. Unsere Gesellschaft scheint verroht zu sein. Viele gehen mit verschlossenem Herzen durchs Leben. Mit Erotik wird so ziemlich alles verkauft, ganz gleich ob Kaugummi, Zahnpasta oder WC-Reiniger. Die Sinnlichkeit ist heutzutage regelrecht im Arsch (Pardon, der musste jetzt sein. Anm. der Autorin). Wir werden derart mit vermeintlicher Erotik bombardiert, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis unsere Gesellschaft Sinnlichkeit mit Erotik gleichsetzt. Ok, das ist sehr verallgemeinernd betrachtet. Und doch heißt es für den Einzelnen, sich bewusst mit diesem Thema und seiner ureigenen Definition von Sinnlichkeit auseinanderzusetzen. Oder auch nicht, jeder wie er mag. Ich mag.

Es bedarf einer Feinfühligkeit, eines sehr achtsamen Hinspürens, in sich, den anderen und die Situation, um zu erkennen, welche Schwingung von Herzlichkeit, ja vielleicht Sinnlichkeit da nun mitschwingt. Die Krux an der Sache ist, dass wir nicht zuletzt durch all die scheinbare sexuelle Offenheit unserer Zeit gleichermaßen so sehr vereinsamen und nach Berührung, welcher Art auch immer dürsten, dass sich mir gerade der Magen umdreht beim Fühlen ins kollektive Befinden. Wie viele partnerschaftliche Beziehungen mag es geben, da Menschen nur zusammen sind, weil sie ihrer Sehnsucht nach Berührung erlegen sind, um sich nach der „rosaroten Brillen“-Phase mit etwas oder jemandem arrangieren zu wollen, der so gar nicht passen will. Ich bemerke, dass ich zu diesen Themen Bücher und Gesprächsrunden füllen könnte. Doch darum geht es mir jetzt hier an meinem Schreibtisch nicht. Zu leicht wäre es, mit all meinem Wissen, meinen Erfahrungen, Meinungen und Ideen an andere heranzutreten, statt mich vorerst ehrlich und selbstverantwortlich um mein eigenes Thema zu kümmern.

Denn ich habe ein Thema mit der, meiner, Sinnlichkeit. Ist es an der Zeit, sie nur neu zu definieren? Das erscheint mir zu kopflastig. Miss Marple und Alberta Einstein halten auch sehr wenig davon. Sie schütteln mit dem Kopf und jede betrachtet auf ihre Art all die Bilder und Fakten die da vor uns ausgebreitet sind. Zu deutlich sind da Erinnerungen sichtbar, die zu Störungen geführt haben. Bilder, die Auslöser sind, dass allein das Wort Sinnlichkeit so stark in mir nachhallt, dass eine verstandesgemäße Neudefintion nicht ausreicht, um das Thema zu klären. Fakt ist, ich habe meine Sinnlichkeit vor langer Zeit weggeschlossen. Überlebensstrategie war es. Selbstschutz zu einer Zeit, da mich niemand geschützt hat, von dem ich meinte, der es tun müsse. Und so geschah, was so oft passiert. Aus gesundem Selbstschutz wurde eine Mauer, wurden Blockaden und Verhaltensweisen, die nicht meinem natürlichen Sein entsprechen. So denn, liebes Team um Alberta Einstein, Miss Marple und all ihr anderen inneren Helfer, lasst uns schauen, was wir hier tun können.

Teamwork

Clipart gefunden bei: www.clipartbest.com

2 Kommentare

  1. 9-19-2014

    Liebe Kristina, liebe Alberta, liebe Miss Marple,

    in der Tat, analytisch ist das Thema nicht zu lösen.

    Es gilt nun, die Ressourcen in Dir zu finden, die Dir helfen, das Thema für Dich zu heilen. Bis in die tiefsten Tiefen.

    Und wenn Du es für Dich heilst, heilst Du damit auch wieder einen Teil der Welt.

    Ich wünsche Dir wieder einen wundervollen Zugang zur Sinnlichkeit, denn es kann der Himmel auf Erden sein.

    Ursula

    • 9-21-2014

      So sieht es aus. Vielen Dank fürs Lesen liebe Ursula und auch Dir weiterhin ALLEs LIEBE und viel Sinnlichkeit. 🙂
      Kristina

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