Gepostet von am Dez 22, 2012 in 2012 - Jahr des Loslassens

Jahresende, Weihnachten greifbar nah, Silvester nicht mehr weit. Gestern Wintersonnwende. Ein paar wenige Geschenke wollen noch verpackt werden. Ich sitze hier, eine Tasse heißen Kaffee in der Hand. Ich trage Muttis sonnengelben, blümchenbedruckten, flauschigen Bademantel. Eigentlich trage ich so etwas gar nicht und das Muster ist eigentlich auch nicht ganz mein Geschmack. Aber… naja… da, wo sie jetzt ist, trägt man keine Bademäntel mehr. Da braucht man gar nichts mehr. Und doch glaube ich, ist man dort alles, was Mensch im Kern seines Wesens wirklich ist.

Dieser Jahresausklang ist wieder anders als die letzten. Kein Baum, keine Dekoration, keine Porzellanengel oder Lichterketten. Nichts, dass irgendeiner Normal-Tradition ähnelt. Wird wohl meine ganz eigene Tradition, jedes kalendarische Jahr auf ganz andere Art und Weise zu beenden. Vorletztes Jahr war ich Single und in freundschaftlicher Atmosphäre mit meinen Exschwiegereltern und meinem Exfreund zusammen. Es war familiär, sehr liebevoll. An Silvester war ich dann allein, nur mit mir, ganz bewusst und es war schön. Letztes Jahr hatte ich einen neuen Partner. Wir erstarrten an den Erwartungen, die junge Paare auf derlei Familienfeste legen und irgendwie war das wohl die Zeit, da die Beziehung zu zerbrechen begann. Silvester verbrachten wir in unausgesprochenem Streit, jeder für sich. So kam ich in den Genuss nach vielen Jahren den letzten Tag des Jahres mit meinem Mütterchen zu verbringen. WIr tranken alkoholfreien Sekt, lachten in nostalgischen Erinnerungen eintauchend über diese Schlagersendungen im Fernsehen, die Musik der Schlaghosen-Ära und andere niedliche Peinlichkeiten präsentierten. Dieses Jahr ist da weder ein Partner, noch ist mein geliebtes Mütterchen mehr hier. Tränen steigen auf.

Ich sitze hier, eine Tasse lauwarmen Kaffee in der Hand. Ich trage Mütterchens sonnengelben, blümchenbedruckten, flauschigen Bademantel. Ich schaue in den Schnee, der jetzt leise fällt. Und spüre nichts als Liebe.

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