Gepostet von am Nov 9, 2016 in 2016 - Jahr des Aufblühens

Ich weiß nicht, welche Gehirnwindung da bei mir verrückt spielt, aber immer wenn ich „Election“ lese, habe ich zuerst das Wort „Erection“ im Kopf. An einem Tag wie heute, da Mr. Trump ins Weiße Haus gewählt wurde, könnte diese Verwechslung kaum passender sein. Wer in diesem Artikel ein Trump-Bashing erwartet, wird jedoch überrascht sein.

 

Election of the Erection – Wir entscheiden über die Qualität der Befriedigung

 

Was da politisch auf der ganzen Welt mit sogenannten Wahlen abgeht, ist für mich schwanzgesteuert und vergleichbar mit einem schlechten Quickie, der nicht besser wird, wenn dafür nachher bezahlt wird. Ok, das war recht derbe, aber warum nicht auch mal die Dinge beim qualitativen Namen nennen?

Dass wir uns seit Jahrhunderten überwiegend in Gesellschaftsstrukturen formieren, die stark männlich ausgelegt sind, wird wohl kaum jemand abstreiten. Mit viel Gewalt wird Macht ausgeübt, derbe, kurzsichtig, lebensverachtend und profitorientiert. Die Antwort unserer Ur-Groß-Mütter darauf war die Frauenbewegung, die mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit und Emotionalität forderte. So wurde aus einem 50er-Jahre-Hausmütterchen ein singendes, tanzendes, sich selbst mehr behauptendes Hippie-Weibchen. Während die einen Männer ihre folgsamen HausputzKinderaufzugsroboterEhefrauen schmerzlich vermissten, erfreuten sich die anderen an den wilden, alle Grenzen sprengen wollenden und oftmals sehr willigen Frauen, die in größerer Masse begannen, selbstständig zu handeln, weit über Haus und Gartenzaun hinaus. Leider, und wie sollte es anders sein, nahm auch diese (zugegebenermaßen sehr verallgemeinert formulierte) Entwicklung keinen nur angenehmen Verlauf.

 

Emanzipation, die nicht nur sprichwörtlich in die Hose ging

 

Mal ganz davon abgesehen, dass Frauen in bestimmten Lebensbereichen noch immer zur Minderheit gehören, schlechter bezahlt werden bei oftmals höheren Leistungsanforderungen, müssen wir zugeben, dass sich eine Vielzahl emanzipierter Frauen einfach zu Männern mit Brüsten entwickelt hat. In Politik und Wirtschaft gehen sie ebenso über Leichen und Langzeitkonsequenzen, wie ihre männlichen Vorgänger und Mitstreiter. Jetzt könnten wir behaupten, dass das eben an den Bereichen Politik und Wirtschaft liegt. Stimmt aber nicht, denn es gab auch schon immer Ehefrauen, die ihre Männer unterdrückt haben und einfache Männer, die sich für Gerechtigkeit und Freiheit einsetzten. Es geht um die Qualitäten des Handelns, die, unabhängig vom Geschlecht, männliche und weibliche Züge haben.

Also wie gehen wir das Thema an, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen?

Ganz einfach, wir betrachten uns zu aller erst mal fern von unseren Geschlechtern (und sexuellen Vorlieben, Hautfarben, Glaubensrichtungen etc.). Wir haben alle eines gleich: Wir sind Menschen. Menschen streben nach Macht, manche mehr, viele weniger. Mancher Mensch fühlt sich mächtig, wenn er ein dickes Auto, Plastikbrüste und viel Geld unterm Kopfkissen hat. Mancher fühlt sich mächtig, wenn er anderen sagt, wo es langgeht und die ihm ohne großen Widerstand folgen. Mancher fühlt sich mächtig, wenn er frei entscheiden kann, was er mit seiner Lebenszeit anfängt. Ich glaube, wir alle wollen Macht haben und ausüben, in irgendeiner Form. Liegt in der Sache selbst: Wir HABEN Macht. Jeder einzelne von uns. Nicht allen ist das bewusst und hier beginnt vielleicht des Pudels Kern.

 

Macht als Antrieb oder Triebbefriedigung?

 

Jeder Mensch ist von Natur aus mächtig. Denken wir an die Eiszeit oder Tornados und schon wissen wir, wie mächtig Natur ist. Wir Menschen sind Natur und deshalb von Haus aus mächtig. Doch was tun wir mit dieser Macht? Man könnte meinen: nicht viel. Es ist, als hätten wir alle einen 8-Zylinder unter der Haube und tuckern mit 30 km/h durchs Leben. Manche unter uns wissen um oder erahnen die eigene Macht. Und nun ist entscheidend, welche Qualität dieser Mensch bzw. seine Handlungen haben.

Nutzen wir unsere Macht, um uns und anderen zu dienen oder machen wir uns alles und jeden untertan und dienstbar, um unsere Macht nicht wieder zu verlieren? Stehen wir auf liebevollen Sex , der alle Beteiligten befriedigt oder auf notgeile Quickies, die nur dem Triebabbau dienen? Entschuldigen wir unser schlechtes Benehmen und Entwicklungsresistenz mit den Worten „Das ist menschlich.“ oder gehen wir stetig übend weiter den Weg, der uns zu Internet nutzenden, Auto fahrenden Individuen gemacht hat, die nicht mehr mit der Keule vor der Höhle hocken?

 

Lustvoll l-i-eben oder triebgesteuert?

 

Wir haben uns immens entwickelt, nur scheinbar sehr lange sehr einseitig. Deshalb sitzen wir heute auf einer Kugel, die wir Erde nennen und die rechnerisch nicht mehr ausreicht, unser aller Überleben zu sichern, wenn wir so weiter machen. Wir können zum Mond fliegen und tuckern doch mit 30 km/h über die Landstraße des Lebens. Wir können lesen, schreiben, denken, fühlen, handeln und wählen doch immer wieder, dass andere Menschen Macht über uns ausüben dürfen. Wir können große Kunstwerke erschaffen und rammeln uns oft wie die Karnickel immer noch an niedrigsten Trieben ab.

Es ist wichtig, uns weiter zu entwickeln und zwar vielseitiger als bisher. Es ist wichtig, weitsichtiger, vorausschauender, fürsorglicher, fühlender und konsequenter zu handeln. Es ist wichtig, mehr Liebe in alle Bereiche des Lebens zu bringen, gleichzeitig wertzuschätzen, was wir schon alles erreicht haben und aus unseren Fehlern zu lernen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Mann oder Frau sind. Es ist entscheidend, dass wir uns unserer natürlichen Macht als Mensch bewusst sind und diese so ausleben, dass wir am Ende vielleicht sagen können: „Ich hatte die Wahl und habe mich meistens für großartigen Sex, statt für notgeile Quickies entschieden.“

 

ronile_pixabay-com_statue-of-liberty-267949_640

photo: Ronile | pixabay.com

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Share This