Gepostet von am Feb 11, 2016 in 2016 - Jahr des Aufblühens

Vom braven Mädchen zum Vulkanausbruch eines Teenagers – meine ersten 20 Lebensjahre in Kurzfassung. Was spannend klingt, war für mich eine Katastrophe und lehrte mich, dass das Leben meiner Extreme für mich nicht länger erstrebenswert war.

 

Extreme und das Dazwischen: Der Weg ist das Ziel

 

Ich versuchte also, den goldenen Mittelweg für mich zu finden. Nicht nur brav und angepasst zu sein oder einem ausbrechendem Vulkan gleich alles niederzubrennen, was mir im Weg steht. Seit vielen Jahren bin ich nun dabei, meine Extreme zu begreifen, die vielen Facetten dazwischen kennenzulernen. Ich bin dabei, einen Weg für mich zu finden, auf dem alles sein darf, jedoch in einer wohltuenden Balance Ausdruck finden soll, die meinen Werten entspricht und am allerbesten noch im Einklang mit meinem Umfeld schwingt.

Ich verstehe immer mehr, welch hohes Ziel ich mir da immer und immer wieder stecke. Seit ich mir wieder erlaubte, auch mal Fehler machen zu dürfen und es mir immer besser gelingt, diesen Weg spielerisch zu gehen, erscheint mir das Ziel immer erreichbarer. Es macht mir immer mehr Freude, diesen Weg zu gehen und mit jedem Schritt wird mir sogar das Ziel unwichtiger, wird mehr und mehr nur zu einem Orientierungspunkt am Horizont, statt zu einem Ergebnis, das zwingend, unbedingt und wenn möglich noch schnell erreicht werden muss. Ich bin weniger gehetzt und unter Druck, was mir viel mehr Zeit und Klarheit für die einzelnen Lebenssituationen gibt.

In den letzten Tagen habe ich wieder eine wichtige Lektion begriffen. Achtsames Leben, mit sich und anderen, ein sich selbst bewusst sein und selbst reflektieren, dürfen nicht zur Folge haben, alles was geschieht oder andere an Verhalten zeigen, auf sich zu überspiegeln, um es brav mit sich selbst ausmachen zu wollen. Was immer wir tun, hat Konsequenzen und das gilt nicht nur für mich, sondern auch für jeden anderen. Friedlich und liebevoll leben zu wollen, bedeutet nicht, jeden Konflikt zu vermeiden oder alleinig die Verpflichtung zu übernehmen, ihn zu lösen. Es gehören auch hier immer wenigstens zwei dazu.

 

Begegnungen haben Konsequenzen, wie alles im Leben

 

Wir entscheiden, ob wir in einer permanenten Spiegelung zueinander stecken bleiben oder aus dem Geschehen echte Begegnung werden lassen. Heißt im Klartext für mich: Wenn mich Gesagtes oder Getanes eines anderen wütend macht oder verärgert, ist es zum einen wichtig, mir anzuschauen, was da in mir getriggert wurde und warum. Soweit zum Spiegelkabinett. Das habe ich lange geübt und mit Verlaub, darin bin ich mittlerweile Meisterin.

Da ich aber Lust auf echte Begegnungen und wahrhafte Verbindungen habe, ist als nächster Schritt unabdingbar, den anderen Menschen an meiner Wut oder meinem Ärger teilhaben zu lassen, denn ein Teil davon ist die Konsequenz seines Gesagten oder Getanen. Auch wenn sich viele Menschen gern aus dieser Nummer herauswinden wollen mit Worten wie: „Lass deine schlechte Laune nicht an mir aus.“ oder „Komm wieder, wenn du wieder klar kommst mit dir.“: Lasst Euch nicht täuschen! Dieser Mensch ist nicht nur dafür da, um Eure Trigger zu betätigen, damit Ihr brav weiter an Euch arbeiten könnt! Er ist Euch begegnet, um auch etwas über sich zu erfahren. Verkriecht Ihr Euch nun immer wieder in diesem Spiegelkabinett, ist der andere nicht nur fein raus, sondern eben nur ein physischer Spiegel, dem Ihr die Möglichkeit nehmt, etwas von Euch zu lernen oder Euch besser kennen zu lernen.

Ich übe mich nun weiter darin, andere mit den Auswirkungen ihres Handelns zu konfrontieren. Ich erlaube mir, ihnen, in einer für mich vertretbaren Form, nicht nur zu sagen, wie sehr sie mich inspirieren oder begeistern oder erfreuen. Ich erlaube mir, ihnen auch sehr klar zu verstehen zu geben, wenn mich ihr Verhalten verärgert oder gar wütend macht, weil es nach meinem Wertesystem respektlos, grenzüberschreitend, egoistisch oder was auch immer ist. Was derjenige damit anfängt, bleibt wie immer ihm selbst überlassen. Er entscheidet jedoch in dem Moment mit, wie und ob unsere Begegnung weiterlebt. Echte Begegnungen, wirkliches Miteinander fordern nun mal alle Beteiligten auf, sich zu zeigen, Verantwortung für sich selbst, sein Handeln und seine Entscheidungen zu übernehmen.

Sollten Euch, wie auch mir in den letzten Tagen, beim Üben dieser Erkenntnisse ein paar Eurer bisherigen Beziehungen zu verschiedenen Menschen um die Ohren fliegen, macht Euch nichts daraus. Jene, denen Ihr wirklich wichtig seid, werden auch Eure Lava mögen. Jenen, die nur Euer sonniges Gemüt erleben wollen, könnt Ihr getrost den Mittelfinger zeigen. Diese Menschen werden Euch nie in Eurer ganzen Großartigkeit sehen (wollen) oder Euch dabei helfen (können), sie weiter zu entdecken.
Sie weiter zu entdecken: Eure Großartigkeit und die Menschen, die um und mit Euch sind.

 

Spiegelung Begegnungen Echt

Photo: Mampu | pixabay.com

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Pin It on Pinterest

Share This