Gepostet von am Okt 7, 2015 in 2015 - Jahr des Ankommens

Wir tun so viel und erreichen oft so wenig. Dann gibt es die Augenblicke, da wir scheinbar nichts tun, außer in genau diesem Augenblick präsent zu sein. Und genau dann passiert Leben.

 

Letzte Instanz, Silly, Lesungen und LebensKunst

 

Ich war vor ein paar Jahren die „Bandmasseurin“ der Letzten Instanz. Und ich hatte die Bandmitglieder von Silly unter meinen Händen und auf meiner Liege. Sie alle waren begeistert. In den letzten Jahren habe ich viele Menschen nachhaltig dabei unterstützt, ihrem Leben eine neue, angenehmere Richtung zu geben. Ihre Dankesbriefe sprechen Bände. Dieses Jahr hielt ich einige Lesungen meines Erstlingswerkes „Schlagsahne auf Schokoladenkuchen“. Die Besucher- und Leserrückmeldungen sind unglaublich schön. Sie alle fühlen sich gesehen, sind berührt, haben gar das Gefühl, ich hätte in ihr Herz, in ihre Seele geschaut. Es sei, als würde ich ihre geheimsten Gefühldanken wahrnehmen, niederschreiben und dadurch für Erleichterung, ein Stück Heilung sorgen.

Letztes Wochenende bin ich hunderte Kilometer gefahren, um für einen Freund da zu sein. Morgen helfe ich einer Freundin beim Praxis-, Ende des Monats Freunden beim Hausumzug. Dieses Wochenende halte ich eine weitere Lesung, die nun auch eine Art Workshop sein wird. Interaktives Miteinander, statt nur das Vorlesen von Geschichten. Angewandte LebensKunst, damit sich noch viel mehr Menschen wagen, ihren Herzensweg zu gehen und Impulse bekommen, was sie als nächstes dafür tun können. Nächste Woche gehe ich für vierzehn Tage auf Deutschland-Tour. Ganz spontan, durch einen Hinweis eines Freundes, bot ich Illute und Joseph Myers an, sie durch die Republik zu fahren, auf ihren Konzerten zu begleiten und wer weiß wofür noch hilfreich zu sein. Die Tour endet für mich an einem Sonntagabend in Dresden bei einem Konzert von Mirabai Ceiba – ein Geschenk von mir an mich. Wieder ganz spontan und noch vor dem Zustandekommen der Deutschland-Tour geplant. Ich werde ein paar wichtige Menschen wiedersehen und vielleicht die ein oder andere Entscheidung fällen, wenigstens aber neue Fakten sammeln.

 

Nicht immer irgendetwas, nur im richtigen Augenblick etwas bestimmtes tun

 

All das fand und findet statt in meinem Leben. Das und noch vieles mehr ist mein Leben. Und ich sitze hier und freue mich über jede einzelne Facette. All die konkreten Erlebnisse sind mir zugefallen. Spontan, intuitiv habe ich Nachrichten verschickt, Mails geschrieben oder Anrufe getätigt, die dazu führten, dass ich Bands massierte, Lesungen halte, für Menschen da bin oder auf Tour gehe. Die meisten Menschen, denen ich so nachhaltig helfen konnte, fanden mich von selbst.

Alle Versuche auf nicht zugefallenen, sondern gewollten Wegen für weitere Events gebucht zu werden, mehr Termine zu bekommen oder weitere Bücher zu veröffentlichen, schlugen bisher fehl. Massenmails, wenn auch personifiziert, Marketingkampagnen, Verkaufsaktionen lassen keinerlei Erfolge verbuchen. Sie scheinen ins Leere zu laufen, enden in Absagen oder Schweigen. Versuche, um des Schreibens willen zu schreiben, statt auf den Impuls aus meinem Inneren zu warten, sind für den Papierkorb.

Egal, um welches Thema es sich dreht, es läuft immer aufs Gleiche hinaus: Die vielen Stunden Arbeit, die ich bemüht in Business, Erlebnisse oder die Liebe stecke, bringen kaum nennbare Erfolge. Die Momente jedoch, da ich hellwach meiner Intuition folge, Dinge tue, die mir eine Minute später selbst total verrückt vorkommen, bescheren mir die tiefgreifendsten Ereignisse und Veränderungen.

Warum dann also so viele Stunden am Tag nach (eigener oder fremder) Vorgabe arbeiten, nach Plan oder Vorstellung etwas tun, wenn es doch die Sekundenbruchteile eines Momentes sind, die das Leben verändern? Warum all diese Strategien und Pläne und To-Dos, wenn sich das wahre Leben doch immer wieder in Bruchteilen von Sekunden abspielt? Statt sich in Arbeit zu verstricken, warum nicht einfach üben, im Moment zu sein und die speziellen dann auch wirklich zu nutzen? Ich denke, damit hätten wir genug zu tun…

 

Leben

Photo: jill111 | pixabay.com

4 Kommentare

  1. 10-7-2015

    Super geschrieben, schöne Momentaufnahme 🙂

    • 10-7-2015

      Vielen lieben Dank, Sören! 🙂

  2. 10-17-2015

    Deine Leser fühlen sich gesehen, sind berührt, haben gar das Gefühl, ich hätte in ihr Herz, in ihre Seele geschaut?
    Ja und warum? Vermutlich, weil Du Dein Herz geöffnet hast, ganz weit. Wenn Du schreibst, sprichst oder lebst, dann bist Du Mensch pur! Mit all Deiner Liebe zu allem was ist. Das ist der Türöffner 😉

    Und die äußerst fruchtbaren Momente im Gegensatz zu langwierigen Mühen?
    Das ist wie in der Natur. Ich seh es im Frühjahr bei der Kiefer gegenüber. Mit einer verschwenderischen Fülle von Blütenpollen im Wind — und eine vielleicht, die Frucht bringt. Aber was für eine: ein ganzer Baum wird daraus! Danke.

    • 11-23-2015

      Danke Michael!

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