Gepostet von am Mai 1, 2020 in 2020 - Die Welt verändert sich

Der 1. Mai war in meiner Kindheit und Jugend der Feiertag der Werktätigen. Wir mussten zu Mai-Umzügen. Wir mussten Fahnen schwenken und rote Plastiknelken tragen. Die Erwachsenen haben das vor- und mitgemacht. Vielleicht auch nur, weil es nach dem Umzug in den großen Kantinen der sozialistischen Betriebe Essen und Getränke gab. Bier gab es vielleicht nicht in Hülle und Fülle, denn es gab immer öfter Engpässe in den Brauereien, aber Schnaps gabs immer. Es war klar: irgendwie bekommen die sich den Tag schön gesoffen, äh, gefeiert.

Also spätestens durch die nachumzüglichen Feierlichkeiten war bei den meisten der Unmut vernebelt und sie machten sich bis zum nächsten Umzug (oder Engpass in der Brauerei) keine großen Gedanken mehr darüber, warum sie eigentlich unzufrieden waren. Doch es gab auch die anderen. Die, die ihren Unmut verwandelten. In Mut. Die, die es satt hatten, in einem Staat zu leben, der keine Redefreiheit duldete, Reiseverbote verhängte, Impfpflicht und andere Maßregelungen gesetzlich festlegte. Durch jene kam der Stein ins Rollen und es folgte die Wende 1989.

Auf sie folgten Neuorientierung und Veränderungen. Doch es waren auch Jahre der erneuten Denunzierung. Dieses Mal nicht durch die Stasi, sondern durch die neuen Mitmenschen. Bis heute noch in manchen Köpfen festgehaltene Unterteilungen in Ossi und Wessi, lautstarke oder hinter vorgehaltener Hand gemachte Äußerungen über unsere Dummheit, 40 Jahre in diesem versklavten Zustand verbracht zu haben.

Es ist wieder einmal 1. Mai. Und ich erlebe heute Morgen ein DejaVu. Ausgehbeschränkungen, Maskenpflicht, eine in Aussicht gestellte Impfpflicht, diskutierte Tracking-Systeme für Menschen, Verbote von Besuchen, Festen, Umzügen. Ich erlebe Menschen, die andere denunzieren, weil sie Verbote, Verhaltensregeln nicht einhalten. Ich erlebe Menschen, die Angst haben, die sich trotz anderer Überzeugung an Regeln halten, wiederum nur aus Angst, Probleme mit dem System oder dem Nächsten zu bekommen.

Leute, mir ist, als wäre ich wieder 13… Wieder einmal hat es eine Regierung geschafft, einen Feind dafür zu erschaffen, um Gesetze zu kippen, Grundrechte zu beschneiden, Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Dieses Mal ist es ein Virus, eine befürchtete Pandemie, nicht mehr der Ami. Eigentlich noch besser, denn einen guten Ami kannte vielleicht jeder 5. Einen guten Virus kennen dann schon weniger. Also ist die Zahl derer, die für Balance sorgen können, sehr viel niedriger.

Und wir in Deutschland sind so unendlich satt. Es gab zwar eine kurzfristige Klopapier-Not, aber keinen immer öfter auftretenden Biernotstand. Obwohl letzteres gerade hier in Franken eine super Idee wäre. Vielleicht kämen dann mehr Menschen auf die Idee, diesen ganzen Irrsinn zu hinterfragen und tätig zu werden, anstatt recht blind und blauäugig ins nächste System zu laufen, das nur wieder bewirken wird, dass einige wenige ihre Ideologien verwirklichen können und wir wie schon unsere Urgroß-, Groß- und Eltern einfach mitlaufen. Oder zu erkennen, dass wir gemeinsam wieder in einem solchen System leben, schon länger. Und es wird schlimmer, weil wir nichts tun. Mal wieder nicht.

Kein Virus ist so gefährlich oder gar tödlich, wie die menschliche Angst, die uns blind macht, wie Macht, die missbraucht oder nicht genutzt wird. Das politische Agieren im Ernstfall ist/war wichtig, ohne Frage. Unser Mitmachen auch. für eine gewisse Zeit. Doch es ist nicht mehr eine eventuelle Pandemie, die es nun zu handhaben gilt. Es gilt nun zu agieren, liebe Mitmenschen. Sonst werden wir von der nächsten, übernächsten Generation gefragt, warum wir wieder so dumm waren, die Gefahren nicht zu erkennen, die von den Herrschenden ausgingen.

Oder uns fragen dann die „anderen Wessis“ (Vielleicht Aliens? Kleiner Scherz.) warum wir „noch mehr Ossis“ so lange so dumm waren… Geschichte wiederholt sich. So lange, bis wir kollektiv daraus lernen. Bitte, lasst uns schlauer sein.

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