Gepostet von am Dez 26, 2016 in 2016 - Jahr des Aufblühens

Arsch oder vielleicht doch Geschenk? George Michael ist tot. Genauso wie Prince. Während „Purple Rain“ heute bei mir in Dauerschleife aus den Boxen und Kopfhörern klingt, beschäftigen mich u. a. die Auswirkungen einer weiteren endgültigen Nachricht eines aufrüttelnden Jahres 2016.

 

Der Himmel rüstet auf

 

In 2016 hat es gefühlt so viele Künstler, Musiker und andere Prominente vom Erdball gebeamt, dass ich aufgehört habe, sie zu zählen. Ironischerweise müsste nun zum Jahresrückblick nicht nur die Auflistung der besten, schönsten und tollsten Momente gehören, sondern eine Aufstellung, wessen Tod einen am meisten berührt hat. 2016 – für viele Menschen ein richtiges Arschjahr. Ich bleibe bei all der Fülle an Fakten dennoch ruhig, optimistisch und erkenne in diesem 2016 mehr als nur ein Geschenk, wenn auch ein sehr aufrüttelndes.

Egal ob in persönlichen, privaten oder kollektiven Bereichen hat es viele durchgeschüttelt. Und wenn sie es nicht so empfunden haben, gibt es wohl kaum einen Menschen, den nicht wenigstens der Tod einer dieser Künstler berührt hat. Spätestens durch diese Ereignisse hat 2016 in so vielen Herzen für Aufruhr gesorgt, denn Musik wohnt in unseren Herzen. Bei Musik hat der Kopf nur wenig zu melden. Musik, das sind Erinnerungen, Wünsche, Hoffnungen. 2016 hat mit den Toden all der vielen Künstler an unbefreiter Wut, unterdrückter Traurigkeit, an unerlöstem Schmerz und unerfüllten Träumen in den Herzen unzähliger Menschen gerüttelt.

Und ganz ehrlich, ich finde, das ist gut so. Schlimm genug, dass wir immer noch derart dramatische Ereignisse brauchen, um zu erkennen, dass Politik längst nicht mehr für die gemacht wird, die wählen gehen dürfen, vieles ein großer Zirkus ist, statt ernstzunehmend. Es ist tragisch, dass wir, und schaut jetzt bitte ganz ehrlich auf Euer ganz eigenes persönliches Dasein, immer noch derart leidenswillig sind, dass uns erst große Katastrophen dazu bringen, den Job zu wechseln, an der Partnerschaft zu arbeiten, Menschen in unserem Leben schätzen zu wissen oder schlicht und ergreifend in die Eigenverantwortung zu kommen.

2016 war ein ereignisreiches, in den Augen vieler ein hartes Jahr. Ich meine, 2016 hat viele Millionen Herzen berührt. Kaum eines blieb wohl verschont, behaupte ich. Es gab viele wundervolle, wärmende Momente. Und es gab diese scheinbar so viel mehr zahlreichen, da uns Terror, Angst und Tod die Luft zum Atmen raubte. Wenn wir es nun mal für einen Moment schaffen, uns von eigenen Befindlichkeiten zu befreien, moralisch-pietätische Vorstellungen loszulassen und das Jahr 2016 so objektiv wie nur irgend möglich zu betrachten, kann uns bewusst werden, dass dieses Leben zwar immer noch verdammt endlich, manchmal auch hart, aber auch unendlich humorvoll sein kann.

„Clown“ Trump wird Präsident und führt die Ernsthaftigkeit eines ganzen Landes vor. Peter Lustig´s Tod erinnert daran, dass auf Kindheit der Tod folgt und ein spaßiger Name nicht reicht, um diesem Lebensgesetz zu entgehen. Da feiert der Mann, dessen größter Ohrwurm in den Wahnsinn treibt oder als Tradition gefeiert wird, ausgerechnet an Weihnachten seine „Last Christmas“. Am gleichen Tag verunglückt das Flugzeug in dem der russische Militärchor sitzt, der für seine Interpretationen von George Michael-Songs bekannt war. Kein Witz. Was immer so Dramatisches passiert, so ruft es uns zu:
„Ignoriert die Tatsachen nicht, den Tod nicht länger. Nehmt das Leben nicht zu ernst, es endet eh. Vielleicht bleibt einzig wichtig, was Ihr denen nach Euch hinterlasst.“

2016 ist, was es war und ist: eine Aneinanderreihung von Zeit und Ereignissen. Was wir aus diesen Erfahrungen machen, wie wir auf all das reagieren, bleibt wie immer in unserer Verantwortung. Ich schließe mit viel Mitgefühl für alle, die trauern, denen dieses Jahr viel abverlangt hat und einer bitter-süß-humoristischen Vorstellung: Gott hat in 2016 jede Menge Menschen zu sich geholt, um im Himmel wohl die gigantischste Kapelle ever zu besetzen. Machen wir uns darauf gefasst, dass sie uns in 2017 kräftig den Marsch blasen werden. Ob es ein episches „Freude schöner Götterfunken“ oder ein „Auf in den Kampf“ -Hallali sein wird, ob 2017 noch mehr Arsch oder doch mehr Geschenk sein wird, liegt vielleicht nur in unserer Betrachtungsweise.

 

George Michael Tod Prominente

originalphoto: Peggy_Marco | pixabay.com

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